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Finanzieller Anreiz: Arztbesuche überwiegend zu...... |
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13.12.2011,
Die Deutschen gehen vermehrt am Anfang eines Quartals zum Arzt. Doch der Grund dafür liegt nicht nur bei den Patienten selbst, sondern auch beim behandelnden Arzt. Wie im Gesundheitsmonitor 2011 der Bertelsmann Stiftung und der Krankenkasse Barmer GEK erklärt wird, liegt diese ungleiche Terminverteilung unter anderen daran, dass die Patienten zum Ende des Dreimonatszeitraums nur schwer einen Termin bekommen. Zudem stelle nach Angaben der Autoren des Gesundheitsmonitors die Praxisgebühr einen weiteren Grund dar. Damit Patienten diese nicht mehrmals zahlen müssen, lassen sie sich zu Beginn eines Quartals einen Termin beim Hausarzt geben, um sich von dort zu Fachärzten überweisen zu lassen.
Doch nicht für Patienten lassen sich finanzielle Vorteile für diese ungleiche Verteilung erkennen – auch Ärzte profitieren davon. Grund: Für Patienten, die am Ende der drei Monate in die Praxis kommen, bekommt ein Arzt aufgrund des Budgets, welches er im Laufe eines Quartals zur Verfügung hat, in der Regel nicht mehr das volle Honorar. Ein zusätzlicher Faktor ist die Pauschalierung von ärztlichen Leistungen. Im Rahmen dessen, können Ärzte bestimmt Behandlungen nur einmal im Quartal abrechnen lassen, unabhängig davon wie oft der Patient einen Termin in Anspruch nimmt. Wie es im Gesundheitsmonitor heißt, verstärkt diese Regelung für den Arzt den Anreiz, einen Termin für Patienten, die bereits in einem Quartal behandelt worden sind, auf das nächste Quartal zu verschieben. Somit kann die Leistung erneut abgerechnet werden.
Insgesamt ließ sich im Rahmen der Studie jedoch nicht genau feststellen, ob die Termine in einer Praxis bisher überwiegend vom Arzt oder von den Wünschen des Patienten beeinflusst werden. Die finanziellen Anreize auf Seiten der Ärzte ließen jedoch vermuten, dass die ungleiche Terminvergabe durch die Praxen forciert werden. Die Studie macht jedoch deutlich, dass diese Terminspielerei keineswegs unbedenklich ist: Terminprobleme können ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen. Wie die Autoren der Studie berichteten, habe sich bei bis zu 20 Prozent der befragten Patienten der Gesundheitszustand während der Wartezeit verschlechtert. Eine Lösung für das Problem wird jedoch im Zuge der Ausführungen zur Studie nicht vorgeschlagen.