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30.000 Fälle: AOK wirft Apotheken Rezeptbetrug vor

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23.08.2011,

Nach Angaben der AOK sollen deutsche Apotheken bundesweit in mehr als 30.000 Fällen Rezepte falsch abgerechnet haben. Die Apotheken sollen dabei zulasten der Allgemeinen Ortkrankenkassen Medikamente abgerechnet haben, die gar nicht auf dem Markt sind. Welche Medikamente den Patienten tatsächlich in der Apotheke ausgehändigt wurden, könne anhand der Rezepte nicht mehr nachvollzogen werden. Eine Gesundheitsgefahr für die Patienten bestehe aber bei Abgabe eines wirkstoffgleichen Präparats nicht. Dennoch müsse das ausgehändigte Präparat aus Gründen der Arzneimittelsicherheit auf dem Rezept vermerkt werden. Wie ein Sprecher des AOK-Bundesverbandes mitteilte, prüfe die AOK derzeit die Vorfälle und werde entsprechend die zuständige Staatsanwaltschaft einschalten. Da derart abgerechnete Arzneimittel im Normalfall nicht auffallen, handelt es sich der AOK zufolge bei den bekanntgewordenen Fällen möglicherweise nur „um die Spitze eines Eisberges.“

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) wies die Kritik jedoch erbost zurück. Der Bundesverband der Allgemeinen Ortkrankenkassen versuche mit diesen Aussagen eigene Fehler zu kaschieren. Denn das eigentliche Problem seien die mit den Pharmaherstellern vereinbarten AOK Rabattverträge. Da einige Hersteller, die einen Zuschlag von der AOK erhalten hätten, immer noch nicht lieferfähig seien, sei die Apotheke dazu verpflichtet, Medikamente abzugeben, die nicht existieren. Um AOK-Patienten in dieser Lage dennoch versorgen zu können, haben die Apotheken wirkstoffgleiche Arzneimittel abgegeben. Ursache für mögliche Fehler sei demnach die womöglich mangelhafte Dokumentation der Nicht-Lieferfähigkeit des Produkts.

DAV Vorsitzender Fritz Becker bezeichnete es als grotesk, dass „die AOK Verträge mit Herstellern abschließt, die nicht eine einzige Packung liefern können – und am Ende die Apotheken für die Folgen verantwortlich gemacht werden.“





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