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Unnötige Ausgabensteigerungen: AOK kritisiert...... |
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02.12.2011, Der Bundestag hat am 01. Dezember in zweiter und dritter Lesung das Versorgungsstrukturgesetz verabschiedet. Doch viele Kritiker zeigen sich unzufrieden mit dem Ergebnis – so auch die AOK. "Das Gesetz stiftet für Versicherte und Patienten kaum Nutzen. Vor allem bringt es keine effektiven Strukturreformen zur Bewältigung der mit dem demografischen Wandel verbundenen Aufgaben.", so Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes.
Wie Uwe Deh erklärt, dürften die Ausgabensteigerungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht einfach als notwendige Folgekosten des demografischen Wandels hingenommen werden. Der jetzt vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (Wido) vorgelegte Versorgungs-Report 2012 zeige, dass die Finanzsituation der GKV durch den demografischen Wandel weit weniger belastet wird als vielfach angenommen.
Mit den steigenden Lebenserwartungen gehen zwar unweigerlich höhere Ausgaben einher, aber keine Kostenexplosion. Das liegt vor allem daran, dass die Behandlungskosten in den Monaten vor dem Tod eines Menschen vergleichsweise sehr hoch sind, dabei ist es unerheblich ob er nun mit 70 oder erst mit 90 Jahren stirbt.
"Das Kosten-Problem steckt in den Köpfen. Denn wir haben kein Demografie-, sondern ein dickes Strukturproblem", so der AOK-Vorstand. Das eigentliche Problem der GKV ist laut dem AOK-Vorstand ein ganz anderes: Die Ausgaben der Krankenkassen für Ärzte, Medikamente und Krankenhäuser steigen bereits seit Jahren stärker als die Einnahmen. Ein Trend, der durch das Versorgungsstrukturgesetz nur verstärkt wird. Die Politik müsse endlich eine Antwort auf die strukturellen Ursachen finden – Das Versorgungsstrukturgesetz stoppe diese Entwicklung nicht. Es programmiere unnötige Ausgabensteigerungen, die auch nicht als scheinbar unvermeidbare Effekte des demografischen Wandels bemäntelt werden dürften.
Doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten zur Verbesserung der Versorgung, so Deh: "Wir brauchen zum Beispiel eine altersgerechte Arzneimitteltherapie. Nach Berechnungen im Zusammenhang mit dem Versorgungs-Report erhalten derzeit vier Millionen ältere Menschen in Deutschland problematische Medikamente. Fünf Millionen sind Gefahren durch das gleichzeitige Einnehmen verschiedener Arzneimittel ausgesetzt. Es gibt aber auf der anderen Seite erfolgreiche Präventionsprojekte, zum Beispiel die von der AOK unterstützten Modelle zur Sturzprophylaxe. Sie gilt es auszuweiten."
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